Mit dreiunddreißig habe ich zum dritten Mal neu angefangen.

Nicht dramatisch. Kein Zusammenbruch, kein Scheidungskrieg, keine Diagnose. Nur dieses ruhige Wissen, das sich über Monate angesammelt hatte wie Wasser unter einer Tür: Das hier stimmt nicht mehr. Nicht für mich. Nicht jetzt.

Was mich diesmal überraschte: Ich kannte das Gefühl bereits. Ich hatte es mit zwanzig gehabt, und mit sechsundzwanzig. Aber diesmal war es nicht Panik, nicht Flucht. Es war fast gelassen. Als würde man einen Weg wiedererkennen, den man schon gegangen ist — aber aus einer anderen Höhe.

Meine Freundin sagte: Du machst das immer wieder. Ich sagte: Ich weiß. Sie meinte es als Kritik. Ich nahm es als Beschreibung.

Es gibt Menschen, die einmal ankommen und dann bleiben. Ich bin das nicht. Ich bin jemand, der in Spiralen denkt — immer wieder dasselbe Thema, aber von weiter oben. Warum ich hier bin. Was ich will. Was ich schulde und wem.

Beim ersten Mal hatte ich Angst. Beim zweiten Mal hatte ich Zweifel. Beim dritten Mal hatte ich eine Thermosflasche dabei und gute Schuhe.

Das nächste Mal, denke ich, werde ich lachen.

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